Projekte unserer Mitglieder

Monitoring Fledermauszug

Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt et al.

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Einige europäische Fledermausarten zeigen ein ähnliches Verhalten wie Zugvögel, sie migrieren zwischen Sommer- und Wintergebieten. Vieles ist dabei noch unerforscht.

Das Projekt bietet ehrenamtlich tätigen Fledermauskundlern die Möglichkeit, sich zu beteiligen und Daten zur Erforschung des Fledermauszuges zu liefern, die auf einer Online-Plattform z.T. öffentlich zugänglich gemacht werden.

Die wichtigsten Fragestellungen des Projektes sind:

  • Erfolgt der Zug im Spätsommer und Frühjahr in einem Breitfrontzug?

  • Wo befinden sich die Hotspots (Zugverdichtung?) während des Zuges?

  • Gibt es Änderungen im Zugverhalten der Fledermäuse in den letzten 20 Jahren?

  • Wie wirkt sich der Klimawandel auf Fledermauspopulationen aus?

  • Welchen Einfluss haben Windkraftanlagen auf den Fledermauszug?

Fragen, die brandaktuell sind und die nur durch eine möglichst lückenlose Dokumentation und durch ein möglichst engmaschiges Netz an Beobachtern beantwortet werden können.

 

In den letzen Jahren (2010-2018) wurden duch insgesamt 275 Beobachter bereits 11.138 Datensätze produziert.

Sie alle sind aufgerufen, an dem großen Gesamtwerk „Monitoring Fledermauszug“ mitzuwirken!

Verantwortliche:

Bernd Ohlendorf

Kathleen Kuhring

Hans-Joachim Vogl

Raik Moritz

Falko Meyer

Weißnasenkrankheit in Eurasien

Uni Greifswald / Montpellier

Das Projekt ‘Populationsgenetik von Pseudogymnoascus (Geomyces) destructans in seiner ursprünglichen Verbreitung in Eurasien“ dient zur Erforschung der Weißnasenkrankheit bei Fledermäusen.

Es konnte bereits eine hohe Anzahl an Unterstützern (>300) dokumentiert ein fantastisches Netzwerk von engagierten Fledermausschützern und –Forschern in Europa verzeichnet werden.

Kurz, die Ziele des Projektes sind:

  • Aufklärung der paläarktischen Populationsstruktur des Pilzes, der die Weißnasen-Krankheit (white-nose disease, WND) bei Fledermäusen verursacht, und die Faktoren (z. B. geografisch / historisch / klimatisch), die für die Populationsstruktur verantwortlich sind, zu verstehen

  • Identifizieren der genauen europäischen Quelle der Einführung des Pilzes in Nordamerika,

  • Identifizieren des Zeitpunktes der Einführung in Nordamerika,

  • die Übertragungswege des Pilzes und die Rolle der Umwelt als potenzielles Reservoir verstehen,

  • Die Beziehung zwischen Fledermäusen und dem Pilz sowie die spezifischen Anpassungen verstehen, die die Situation in Eurasien (im Gegensatz zu Nordamerika) charakterisieren.

In einer aktuellen Publikation ‘Identifying unusual mortality events in bats: a baseline for bat hibernation monitoring and white-nose syndrome research’ (Fritze & Puechmaille 2018, Mammal Review) haben wir Mortalitäts- und Zähldaten aus 318 europäischen Winterquartieren analysiert, was einen großartigen Datensatz darstellt.

In einer weiteren Studie ‘Characterization of Microsatellites in Pseudogymnoascus destructans for White-nose Syndrome Genetic Analysis’ (Drees et al. 2017, Journal of wildlife diseases) wurde eine Reihe von genetischen Markern entwickelt, um P. destructans Isolate besser zu differenzieren. Dreiundzwanzig Mikrosatellitenmarker von P. destructans wurden für den Einsatz in der Krankheitsökologie und Epidemiologieforschung entwickelt und erfolgreich charakterisiert.

Die o.g. publizierte Forschung repräsentiert jedoch nur die Spitze des Eisbergs bezüglich der Ergebnisse, die wir mit den von Ihnen bereit gestellten Proben erreichen können. Viele Proben werden derzeit noch analysiert.

Wir haben auch eine Seite zu diesem Projekt in dem Wissenschaftsforum „ResearchGate“, wo Sie das Projekt und Updates verfolgen können.

Eine Gemeinschaftsarbeit aus ehrenamtlichen Fledermauskundlern und Wissenschaftlern, die sich lohnt!

Dr. Sebastien Puechmaille

Marcus Fritze

Fledermäuse in der Zitadelle Spandau

BAT e.V.

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Der BAT e.V. hat sich dem Schutz, der Erforschung, der Beobachtung der Fledermäuse und der Öffentlichkeitsarbeit für den Fledermausschutz in der Zitadelle Spandau (Berlin) verschrieben, welche ein überregional bedeutendes Fledermausquartier darstellt.

Der Verein unterhält unter anderem einen Fledermauskeller mit Ausstellungen und einem Schaugehege mit lebenden tropischen Fledermausarten für zoologische Bildungszwecke und Öffentlichkeitsarbeit im Sinne des Fledermausschutzes.

Im „außerschulischen Lernort“ werden Fledermausführungen für Kitas, Schulklassen oder universitäre Einrichtungen angeboten.

Zu unterschiedlichen Anlässen werden freie Führungen für Besucher jeder Herkunft und (fast) jeden Alters organisiert.

Mit seiner integrierten Pflegestation für Fledermaus-Findlinge aus dem Berliner Raum leistet der BAT e.V. herausragende Arbeit und ist deshalb Träger des Berliner Tierschutzpreises 2018.

Im Rahmen eigener Exkursionen wirkt BAT e.V. bei der Erfassung und Zählung von Fledermäusen mit. In Kooperation mit Partnern werden zahlreiche Winter- und Wochenstubenquartiere in der Region kontrolliert und  betreut. Erkenntnisse aus diesen Untersuchungen werden in Vorträgen und auf Tagungen vorgestellt.

Aus den gewonnenen Informationen werden Schutzkonzepte und Maßnahmen zur Quartiersoptimierung entwickelt, angeregt und umgesetzt.​

BAT e.V. wirkt auch bei den jährlichen Zählungen in den Gewölben der Zitadelle, die für verschiedene Fledermausarten ein bedeutendes Schwarm- und Überwinterungsquartier darstellt, mit.

Hierbei wird die Tradition seit Martin Eisentraut 1932/1933 fortgeführt. Im sichtbaren Bereich werden jährlich bis ca. 600 Individuen aus 10 Arten erfasst. Aufgrund von weitergehenden Untersuchungen mittels akustischer Überwachung, Netzfang und Beringung ist von rund 10000 Fledermäusen auszugehen, die im engeren Bezug zur Zitadelle Spandau stehen.

Am häufigsten wird die Fransenfledermaus, gefolgt von der Wasserfledermaus beobachtet, Großes Mausohr und Bechsteinfledermaus geben den Quartieren ihre besondere Bedeutung. Wanderungen in die Schorfheide, Märkische Schweiz oder Burg Stargard (109 km) werden beobachtet.

Verantwortliche:
Jörg Harder
Robert Henning
Brigitte Kaltofen

Nyctalus - Neue Folge

Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt et al.

Der Nyctalus Neue Folge - Internationale Fledermaus-Fachzeitschrift publiziert Beiträge und Artikel zur Artengruppe der Fledermäuse in deutscher und englischer Sprache. Die Inhalte umfassen weitgefächerte Themenfelder, wie Gefährdung, Schutz, Planung und Forschung im deutschsprachigen Raum sowie darüber hinaus. Die Zeitschrift spricht neben den ehrenamtlichen und wissenschaftlichen Autoren und Lesern auch Gutachter und Behörden an.

Herausgeber:
Arbeitskreis Fledermäuse Sachsen-Anhalt e. V.


Wissenschaftlicher Beirat:
Frank Adorf / Bingen am Rhein
Dagmar Brockmann / Dresden
Dr. Christian Dietz / Horb
Dr. Jessica Hillen / Bingen am Rhein
Kerstin Mammen / Halle (Saale)
Dr. Thomas Meineke / Ebergötzen
Christine Teumer / Eisleben
Dr. Andreas Zahn / Waldkraiburg
Dr. Ulrich Zöphel / Dresden

Redaktion:
Bernd Ohlendorf / Stolberg (Harz)
Marcus Fritze / Potsdam
E-Mail: redaktion@nyctalus.com

 

Lektorat:
Christine Teumer / Eisleben
Kerstin Mammen / Halle (Saale)
Christiane Funkel / Stolberg (Harz)
Falko Meyer / Weißenfels
Carolin Stern / Leeuwarden (NL)
Gerlinde Meyer / Weißenfels
Franziska Schlarb / Ochsenfurt
Dr. Thoralf Meyer / Austin (USA)

Schriftleitung, Koordination:
Bernd Ohlendorf / Stolberg (Harz)

 

Bestellung, Vertrieb:
Kathleen Kuhring / Bernburg, Breite Straße 86, D-06406 Bernburg
E-Mail: vertrieb@nyctalus.com, www.nyctalus.com

 

Webpräsenz:
Anja Hirschmüller / Dresden
www.nyctalus.com

 

Druck und Versand:
Oberharzer Druckerei, Fischer & Thielbar GmbH

Fledermausschutz und -forschung im Fort Hahneberg

ASG Fort Hahneberg

Spandau_Fort_Hahneberg_Kehlkaserne.jpg

Beim Projekt im Fort Hahneberg ist geplant, Erfassungsmethoden und Einschätzungen zum Fledermausschutz an historischen Gebäuden zu erproben und zu verbesseren.

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