Evidenzbasierter Fledermausschutz bei Windkraftvorhaben

January 27, 2019

Ankündigung der Tagung

 

29. - 31.03. 2019  am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin-Marienfelde

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

hiermit möchten wir Sie ein weiteres Mal auf unsere Tagung Evidenzbasierter Fledermausschutz bei Windkraftvorhaben aufmerksam machen. Nachdem wir zahlreiche Beiträge für Vorträge und Poster erhalten haben, konnten wir nun das Programm für die Tagung finalisieren. Dieses finden Sie nun auf der Tagungsseite: http://www.izw-berlin.de/tagung-zu-evidenz-basiertem-fledermausschutz.html

 

Sie können sich nach wie vor unter folgendem Link registrieren:

http://www.izw-berlin.de/registrierung.html

 

Ziel der Tagung

Auf dieser Tagung soll bestehendes Wissen über die Wirksamkeit von Erfassungsmethoden und Schutzmaßnahmen für Fledermäuse beim Bau und Betrieb von Windenergieanlagen in Synopsis-Vorträgen von Experten zusammengeführt und bewertet werden. Daneben soll es die Möglichkeit zu Einzelvorträgen sowie Postern zu den jeweiligen Themen geben.

 

Die Tagung ist ein weiterer Schritt, um den Schutz von Fledermäusen an Windenergieanlagen wirksamer zu gestalten. Dies soll einerseits dem Fledermausschutz zu Gute kommen, andererseits soll es auch den Beteiligten von Planungs- und Genehmigungsverfahren (Gutachtern, Behörden und Auftraggebern) eine größere Sicherheit bieten, sinnvolle und wirksame Maßnahmen zu empfehlen und umzusetzen. Diese Tagung wird vom Leibniz-IZW, dem Bundesverband für Fledermauskunde Deutschland e.V.  und dem NABU BFA Fledermäuse zusammen organisiert.

 

Am Ende der Fachtagung findet ein Symposium statt, auf dem Experten konzeptionelle und perspektivische Beiträge über die Vereinbarkeit von Umweltschutz- und Artenschutzzielen bei Windkraftvorhaben sowie über die Nachhaltigkeit der Energiewende darstellen. Daran schließt eine Podiumsdiskussion an.

 

Freuen Sie Sich mit uns auf folgende Plenarvorträge und Redner (in chronologischer Reihenfolge des Programms):

 

Andreas Lukas (Anwaltskanzlei Baumann Rechtsanwälte PartGmbB): Rechtsprechung im Rahmen von Windenergievorhaben

Der § 44 des Bundesnaturschutzgesetztes spielt als Rechtsgrundlage eine zentrale Rolle in Genehmigungsprozessen für Windenergieanlagen. Dr. Andreas Lukas, Rechtsanwalt im Bereich Umweltrecht, gibt einen Überblick über die aktuelle Rechtsprechung.

 

Christopher Paton (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg): Minderungsmaßnahmen in Planung, Bau und Betrieb von Windenergieanlagen

Abschaltzeiten können ein wirksames Mittel zur Reduktion des Tötungsrisikos von Fledermäusen an Windenergieanlagen sein. Christopher Paton, Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg, fasst die wichtigen Aspekte zur Umsetzung solcher Maßnahmen zusammen.

 

Robert Brinkmann (FrInaT, Freiburg): Methodenrepertoire zur Erfassung von Fledermäusen bei Windenergieplanungen

Fledermausgutachten dienen im  Rahmen von Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen dazu, Risiken für die geschützten Tiere abzuschätzen und Empfehlungen für Schutzmaßnahmen zu formulieren. Basierend auf seiner langjährigen Tätigkeit in diesem Feld wird Dr. Robert Brinkmann, Forscher im RENEBAT-Projekt, einen Überblick über die geeigneten Methoden geben.

 

Volker Runkel (BVF e.V.): Rufen, Aufnehmen, Bestimmen: Möglichkeiten und Grenzen akustischer Erfassung bei der Windkraftplanung

Bioakustische Aktivitätsmessungen von Fledermäusen spielen eine herausragende Rolle in Windkraft-Fledermausgutachten. Dr. Volker Runkel, Miterfinder des Batcorders, stellt die technische Umsetzung in der automatischen Erfassung von Fledermausrufen vor und gibt Hinweise zur Interpretation der Ergebnisse.

 

Johanna Hurst (FrInaT, Freiburg): Windkraft im Wald und Fledermausschutz

Windkraftanlagen im Wald – umstritten, doch scheinbar unvermeidbar für die Energiewende. Johanna Hurst, Forscherin im Themenfeld, beschreibt das Spannungsfeld Windkraft im Wald und gibt Hinweise zur Erstellung von Fledermausgutachten für Windenergieanlagen an Waldstandorten.

 

Reinhard Klenke (UFZ, Leipzig), Ulrich Zöphel (Beringungszentrale, Dresden): Sind durch die Energiewende die Fledermauspopulationen in Gefahr?

Wirken sich Windenergieanlagen negativ auf die Bestände mancher Fledermausarten aus? Gibt es kumulative Effekte? Dr. Reinhard Klenke, Forscher am Helmholtz-Umweltforschungszentrum in Leipzig und Dr. Ulrich Zöphel, Leiter der Fledermaus-Beringungszentrale in Dresden, haben diesbezüglich Langzeitdaten von markierten Fledermäusen ausgewertet.

 

 

Symposium am 31.3.2018, mit anschließender Podiumsdiskussion

 

Moderation: Elke Bruns (KNE, Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende)

 

Hans-Werner Sinn (ehemals ifo Institut, München): Die Grenzen der deutschen Energiewende

Welche wirtschaftlichen Rahmenbedingungen existieren für die Energiewende? Wie zukunftsträchtig und wirtschaftlich nachhaltig ist die Entwicklung? Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Werner Sinn ist international anerkannter Wirtschaftsexperte, emeritierter Präsident am Ifo Institut und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

 

Christina von Haaren (Leibniz-Universität Hannover): Eine mensch- und naturverträgliche Energiewende in Deutschland - ist das zu schaffen?

Müssen es wirklich so viele WEA sein? Gibt es Alternativen für die Umsetzung der grünen Energiewende? Lähmt der Konflikt zwischen Klimaschutz und Artenschutz die Energiewende? Prof. Dr. Christina von Haaren forscht seit Jahren am Institut für Umweltplanung der Leibniz Universität Hannover zu Fragen der Landschaftsplanung und der Eingriffsregelung.

 

Johann Köppel (TU Berlin): Das Best Available Science (BAS) Konzept in den USA - ein Plädoyer für die Etablierung in der deutschen Genehmigungspraxis

Landschaftsplanung und Umweltprüfung sind essentielle Instrumente zur Umsetzung des Windenergieausbaus. Prof. Dr. Johann Köppel, Professor an der TU Berlin, forscht seit Jahren über die Herausforderungen auf verschiedenen Planungsebenen, um die Konflikte im Zuge des Windenergie-Ausbau zu lösen.

 

Christian Voigt (Leibniz-IZW, Berlin): Der Wert von Biodiversität in Zeiten der Energiewende

Wie steht es um die Biodiversität in unserem Land und welchen Wert hat die Erhaltung der Biodiversität für unsere Gesellschaft? PD Dr. Christian Voigt, Leiter der Abteilung Evolutionäre Ökologie am Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung und Dozent an der Freien Universität Berlin, beschreibt und diskutiert das Grün-Grün Dilemma, welches bei Windkraftvorhaben zwischen dem Artenschutz und dem Klimaschutz existiert.

 

Christian Unselt (NABU Deutschland): Der NABU im Spannungsfeld Artenschutz und Klimaschutz

Wie stellt sich der größte Naturschutzverband im Spannungsfeld zwischen Natur- und Umweltschutz auf? Christian Unselt, Vizepräsident des NABU Deutschland, stellt den Konflikt aus Sicht eines Naturschutzverbandes dar.

 

 

Das IZW wird unter der Herausgeberschaft von PD Dr. Christian Voigt ein deutschsprachiges Springer E-Book zum Thema ‚evidenzbasierter Fledermausschutz im Rahmen von Windkraftvorhaben‘ publizieren. Das gesamte Buch aber auch einzelne Kapitel werden nach Veröffentlichung als pdf frei im Internet verfügbar sein. Eine Druckversion soll preisgünstig im Handel erhältlich sein. Das Buch soll aus drei Abschnitten bestehen: Im ersten Abschnitt wird die bestehende nationale und internationale Literatur zu bestimmten Themen zusammengefasst (Wortbegrenzung pro Artikel 5000 Wörter), im zweiten Abschnitt werden Originalartikel, die neue Forschungsergebnisse beschreiben, publiziert (Wortbegrenzung pro Artikel 5000 Wörter) und im dritten Abschnitt werden konzeptionelle Artikel, die in ihrer Argumentation auf bestehende Literatur aufbauen, publiziert (Wortbegrenzung pro Artikel 2000 Wörter). Alle Artikel unterliegen einer Qualitätskontrolle durch ein anonymes Begutachtungsverfahren. Die Publikation von Beiträgen in diesem Buch ist kostenlos. Alle Beiträge müssen bis spätestens 30.04.2019 als Word-Dokument eingereicht werden. Weitere Information bezüglich Aufbau und Formatierungen erhalten sie bei Christian Voigt unter: voigt@izw-berlin.de.

 

 

Diese Tagung wird von den folgenden Sponsoren unterstützt:

EcoObs als Goldsponsor, sowie Pelagic Publishing, bat bioacoustictechnology, Elekon, Biotrack, Veldshop, Wildlife Acoustics, Ecotone, Telemetrie-Service Dessau, Chimaira Buchhandels GmbH.

 

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und einen wegweisenden fachlichen Austausch!

 

PD Dr. Christian Voigt, Marcus Fritze (beide Leibniz-IZW), Markus Melber (Bundesverband für Fledermauskunde Deutschland e.V.), Ingrid Kaipf (BFA Fledermaus NABU Deutschland)

 

________________________________________________________

 

Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW)

im Forschungsverbund Berlin e.V.

 

Alfred-Kowalke-Straße 17

10315 Berlin

GERMANY

 

Postfach 70 04 30, 10324 Berlin

 

Fon. + 49 - 30 - 51 68 – 514

Fax  + 49 - 30 - 51 26 - 104

http://www.leibniz-izw.de

 

:: Forschung für den Artenschutz ::

 

 

 

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