In der Vergangenheit wurde bereits vermutet, dass Fledermäuse sich Windkraftanlagen nähern könnten, weil sie auf der Suche nach Quartieren oder Nahrung sind. Die neu gewonnenen Ergebnisse zeigen nun, dass Windkraftanlagen für paarungsbereite Fledermäuse interessant sind. Anhand eines umfangreichen akustischen Datensatzes aus verschiedenen Regionen Deutschlands wird in dieser Studie gezeigt, dass an allen untersuchten Windkraftanlagen Nahrungssuche und v.a. soziale Aktivitäten in Gondelhöhe stattfinden.
Aktive Annäherung der Fledermäuse
In der Studie führten mindestens sieben Fledermausarten an Windkraftanlagen sog. „Gesangsflüge“ durch, ein Verhalten, das mit Paarung und Balz in Zusammenhang steht und darauf hindeutet, dass Männchen Windkraftanlagen als attraktive Orte für die Einrichtung von Paarungsrevieren empfinden. Die Gesänge der Männchen sind dabei über beträchtliche Entfernungen zu hören und könnten als „akustische Leuchtfeuer“ dienen, die Weibchen zu den Windkraftanlagen locken. Die Analyse von 3D-Wärmebildaufnahmen in der Studie zeigt, dass die Fledermausdichte in der vom Rotor durchströmten Zone höher ist als im freien Luftraum um die Windkraftanlagen herum. Dies deutet stark darauf hin, dass Fledermäuse sich aktiv den Windkraftanlagen nähern, möglicherweise auf der Suche nach Möglichkeiten zur Paarung, zum Schlafen und/oder zur Nahrungssuche.
